Oespel-Zechen

Der Kohlenbergbau. Stillegung der Zeche

 

Borussia Oespel/Borussia Kohleabbau

 
Der Kohlenbergbau:

Die Entwicklung des Kohlenabbaus im Raum Oespel ist typisch für das Ruhrgebiet und spiegelt einen bedeutenden Abschnitt in der Wirtschafts- und Sozialgeschichte dieser Region wider. Früher wurde der Bergbau, dessen Tradition Jahrhunderte zurückreicht, u.a. von Köttern betrieben, die nebenbei vom Ackerbau leben mußten. Wie am gesamten Südrand des heutigen Ruhrgebietes, wo die Kohle stellenweise zu Tage trat, war das Kohlengebirge im Raum Oespel nur von einer dünnen Mergelschicht bedeckt und konnte mit relativ einfachen Mitteln abgebaut werden. Die ersten Gruben lagen im Dorney. Erst durch die Einführung von Tiefbauzechen gelang es, die reichhaltigeren, aber tiefer gelegenen Kohleschichten im Norden abzubauen.

 
 
Von größerer Bedeutung wurde der Kohlenbergbau für Oespel im Jahre 1856 mit Errichtung der Zeche Borussia, ab 1911 Zeche Oespel genannt. Bis 1909 konnte die Förderung verdoppelt werden; sie betrug in den Jahren
 
1910            209 751 t
1927            588 943 t
1929            617 854 t
 
Der Hauptschacht befand sich im Westen etwa einen dreiviertel Kilometer vom Ortsrand entfernt und lag damt näher an Kley als an Oespel. Deshalb entstanden die Bergmannssiedlungen, wie z.B. die "Kolonie Borussia", auf Kleyer Gebiet. In Oespel dagegen wurden nur einzelne Bergmannskotten dort gebaut, wo zwischen den bäuerlichen Gehöf­ten gerade Platz war. Daneben wurden auch  leer stehende Häuser aufgekauft und für die Arbeiter instandgesetzt. Somit hat der Kohlenbergbau das Bild des alten Ortskerns nur gering beeinflußt, trotz des relativ raschen Wachstums am südlichen und östlichen Ortsrand. Gravierende Verunstaltungen erfolgten erst nach 1945.
 

Stillegung der Zeche:
1962 wurde die Zeche Oespel stillgelegt. Wirtschaftliche oder arbeitsmarkt­politische Probleme entstanden hierdurch jedoch nicht, da die Stillegung in eine Zeit des rapiden wirtschaftlichen Wachstums fiel und die Belegschaft in den Jahren vor der Schließung allmählich abgebaut wurde. Ein Teil der Bergleute arbeitete auf anderen Zechen weiter, der andere Teil fand eine Beschäftigung in neuen Berufen.

Der Oespeler H. Pickhan schreibt 1970: "Die beiden Fördergerüste und der Schornstein mit der Jahreszahl 1906 sind längst gefallen, die Schächte sind verfüllt. Daß aber das Wirtschafsgefüge in den letzten Jahren auf dem bereits historisch gewordenen Zechengelände weitergeht, beweisen uns heute viele neue Industrieunternehmen, die sich hier in vielen alten und neuen Werkshallen niedergelassen haben. Vielfach auf dem Wege der Umschulung zu einem neuen Berufstyp hat auch der ehemalige Bergarbeiter sich der veränderten Situation angepaßt"

 

Das letzte Gebäude der Zeche. (Kurz vor dem Abriss)

 
Auf dem ehemaligen Zechengelände siedelten sich neben einer Schrottscherenfabrik und einem Squash-Center überwiegend Gewerbebetriebe an, u.a. Autohändler, Elektrogroßhandel, Baustofflager u.a. In den Jahren 1990 - 1998 kamen Einzel- und Möbelhandel, so wie Service rund um das Kraftfahrzeug hinzu.

 

Knappe in Uniform

"In Oespel selbst ist die Geschichte der Zeche nur noch für den ablesbar, der die vereinzelten Bergarbeiterhäuser als solche erkennt"

 
 

Kollonie Borussia an der Borussiastraße (Kley)

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Zeche Oespel II.

Angrenzend an den heutigen Heuerlingsweg schloß sich die Zeche Oespel II an. Förderturm und Luftschacht (abgerissen ca. 1963/ 64) waren bis in die 60er Jahre Zeugen der Kohleförderung in Oespel. Das Maschinenhaus der Zeche  wurde erst mit Erweiterung der „neuen Siedlung“ (Brinksitzerweg etc.) Ende der 60er Jahre abgerissen. Bis dahin fand vor dem alten Maschinenhaus das Schützenfest des Bürgerschützenvereins statt. Heute befindet sich dort der Passmannweg.

Zeche Oespel II aus der Erzählung von Klaus Bülles nachempfunden.

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