Selbst Ziehbrunnen spenden im
Zeitalter der Technik Dortmunder Trinkwasser
Immer
mehr Brunnen versiegen in Dortmund. Allein in den letzten drei Jahren
sind nicht weniger als 100 dieser Wasserquellen zugeschüttet worden.
Nur noch in einigen Randgebieten schöpfen die Bewohner aus eigenen
Grundwasserreserven. Das ist vor allem in Brechten und Hohensyburg der
Fall. Je weiter die Stadtlandschaft in die Außenbezirke hineinwächst,
desto mehr Brunnen werden von den Versorgungsleitungen verdrängt.
Zur
Zeit stehen rund 150 Zieh- und Pumpbrunnen unter hygienischer Kontrolle
der Stadt. Jedes Jahr erfolgt eine gründliche Überprüfung der
Wasserqualität. Wo sich bereits geringfügige Bedenken zeigen, muß das
zum Trinken verwendete Wasser zuvor abgekocht werden. Wer sich dieser
Anordnung nicht fügt, kann unter Umständen mit empfindlichen Geldbußen
belegt werden. Besonders groß ist für die einzelnen Familien das
gesundheitliche Risiko. Gerade in einer Industriegroßstadt, wo dem
Grundwasser viele Gefahren durch verunreinigende Abfallprodukte drohen,
sollte man äußerste Vorsicht walten lassen. Niemand kann dazu
gezwungen werden, seinen alten Ziehbrunnen zum Pumpbrunnen umzubauen,
solange das Wasser als tauglich gilt. Aber wenn sich qualitätsmäßige
Beanstandungen ergeben, muß im Interesse der Gesundheit eingeschritten
werden. Überall dort, wo das Netz der Wasserleitung sich ausbreitet,
sind natürliche Brunnen nicht mehr erlaubt. Allerdings darf
der Anschluß nicht mit außergewöhnlich hohen Kosten für den
Hausbesitzer verbunden sein.
Die
von den Dortmunder Brauereien genutzten Brunnen fallen nicht unter diese
Kontrolle. Für sie gelten besondere Vorschriften, die nicht das Amt für
öffentliche Ordnung überwacht. Daß sie hygienisch einwandfreies
Wasser liefern, davon überzeugen sich täglich viele tausend Männer,
wenn sie gut gepflegtes Dortmunder Bier trinken.